Konzert "Misa Criolla" in Tuttlingen, Schenkenzell und Gosheim

Die argentinische Messe „Misa Criolla“ und andere südamerikanische und afrikanische Lieder, wurden in der Tuttlinger Stadtkirche am 11. März musiziert. Der nachfolgende Bericht ist von dem anerkannten Musikkritiker Siegfried Burger in der Tagespresse veröffentlicht  worden.

Die CgT und der Projektchor Cantutti haben jetzt unter der Leitung von Uli Groß ein Konzert in der Stadtkirche gegeben. Cantutti und die Band Los Talismanes führten dabei die originelle Misa Criolla des Argentiniers Ariel Ramirez auf, die nur noch die Textinhalte mit den europäischen Messevertonungen gemeinsam hat.Sowohl die argentinische Melodik wie auch die innig-seligen Teile dieser Komposition bot Uli Groß mit Cantutti und der Band so vital dar, dass diese Musik durch die südamerikanischen Rhythmen in die Beine und durch die Melodik zu Herzen ging. Solo-Tenor Sascha Kretschmer gestaltete die Musik zudem bis in die höchsten Töne wesensgemäß.

Ruf zum Himmel; Wie geheimnisvoll war doch das Kyrie, in dem der Tenor über dem Summchor seinen Part sang. Das Gloria begann mit einer Einleitung der Band, mit Gitarren, Bass, Flöte und Schlagzeug, bis Tenor und Chor den Jubeltext temperamentvoll gestalteten. Im ruhigen Teil wurde Gottes Allmacht eindringlich besungen, bis bei „Gloria a Dios“ die temperamentvolle Eingangsmusik wieder aufklang. Auf das freudvoll komponierte Credo folgte das Sanctus mit herrlichen Aufschwüngen im Tenor. Wunderbar war die sehnsüchtige Musik im Agnus Die. Wie schön wirkte die Flötenmelodie über dem Summchor und dann sang der Tenorergreifend die Bitten um Hinwegnahme der Sünden der Welt in der kreolischen Melodik. Zuletzt, welch eine Schlusswirkung, war das „Danos la paz“ (gib Frieden) ein Ruf zum Himmel in höchstem Ton.

Dies war aber nur ein Teil des Konzerts. Cantutti begann den Abend mit afrikanischen Liedern voll wunderbarer Texte. Ohne Begleitung sangen dann als Trio Tina Mattes, Uli Groß und Melanie Munoz das Lied von Ghanas mythischen Vogel: „Oh Sankofa, der du dich hoch in den Himmel erhebst, bald wird meine Seele dir folgen zum Mond von gestern, wird er sich an mich erinnern?“ In Fragilidad „ Wenn Stahl und Fleisch sich verbinden, fließt Blut“ glänzten Tina Mattes und Melanie Munoz als Solistinnen, und bei „Todos Juntos“ aus dem Sudan, Melanie Munoz mit ihrer wunder baren Altstimme.

Waren die Chorsätze von Cantutti zumeist polyphon, erklangen diejenigen der Chorgemeinschaft Tuttlingen mehr homophon, also akkordisch. Wie ein Wunder mutete an, wie Uli Groß ihren Chören die komplizierte Rhythmik dieser zumeist afrikanischen und latinoamerikanischen Musik beigebracht hatte. Diese sangen, als wäre es ihre normale Musik. Außerdem ist die Stimmbildung von Uli Groß zu loben. Der Chorklang ist hell und beweglich. So hörten die Konzertbesucher mit Vergnügen die drei Lieder der Chorgemeinschaft „Stein für Stein“, „Die Spuren der Welt“ und besonders „Padre nuestro“, das südamerikanische Vater unser. Sehr innig und schön sangen Tina Mattes und Uli Groß das Schlussduett „Gracias a la vida“ mit Band und Chor.

Da verwunderte es wohl niemand, dass danach der Beifall in der vollbesetzten Kirche nicht enden wollte. Als Zugabe mit dem Gesamtensemble gab es dafür „Ich stehe vor dir mit offenen Händen“.

Wegen der großen Resonanz durch die Besucher, wurde das Konzert am 21.10. in Schenkenzell in der Kirche St. Ulrich und am 28.10. in Gosheim in der Heilig Kreuz Kirche wiederholt. Bei beiden Konzerten hatten wir sehr viele begeisterte Besucher in nahezu voll besetzten Kirchen.